checkmate (Text & Musik: R. Frischknecht, 2009) On a battlefield of glory fall devoted servants heads
Victims of a tactical move – parts of a bigger plan
On a battlefield of glory fall the wounded, left to die
Their lives in shards, their hearts in pain
Their eyes left up to the sky

"For king and land" he wispers
For king and land he dies
And doesn’t know there is no honor
For the king is bound to die in his greedy reach for power

Run for your live king of terror and darkness
Run for your live for your fall is at hand
Repent from your cruelty, plague of the nations
The cry for the doomed fills the air: checkmate!
Checkmate!

On this battlefield of glory – what if they refused to play?
What if they laid down their weapons one dreadful blood stained day?
Leave this battlefield of glory, turn their backs on hate and pain,
Cut bonds their masters placed on them before they go insane?

"For peace and love" he answers
"For peace and love" the tyrant cries
And doesn’t know there is no honor
For himself is bound to die in his greedy reach for power


Übersetzung
Auf einem Schlachtfeld der Ehre fallen die Köpfe der treu Ergebenen,
Opfer eines taktischen Zuges, Teile eines grösseren Plans.
Auf einem Schlachtfeld der Ehre fallen die Verwundeten,
zum Sterben zurückgelassen;
ihre Leben in Scherben, ihre Herzen in Schmerz, ihre Augen zum Himmel erhoben:
"Für König und Land", flüstert er – für König und Land stirbt er
und weiss nicht, dass es keine Ehre gibt, denn der König wird sterben
durch sein gieriges Streben nach Macht.

Renn um dein Leben, König des Schreckens und der Dunkelheit!
Renn um dein Leben, denn dein Fall ist nah!
Bereue deine Grausamkeit, Geissel der Nationen!
Dein Schicksalsschrei ertönt: Schachmatt!

Auf diesem Schlachtfeld der Ehre: Was, wenn sie sich weigerten, mitzuspielen?
Was, wenn sie ihre Waffen niederlegten, an einem schrecklichen, blutbesudelten Tag
und dieses Schlachtfeld der Ehre verliessen,
Hass und Schmerz den Rücken zuwendeten und die Banden zerschnitten,
die ihre Herren ihnen auferlegten? (Bevor es zu spät ist ...)
"Für Frieden und Liebe", antwortet er.
"Für Frieden und Liebe!", schreit der Tyrann, und erkennt nicht,
dass es keine Ehre gibt, denn er selbst wird sterben
durch sein gieriges Streben nach Macht.
Gedanken zum Song Schach ist ein uraltes Spiel. Ein taktisches Spiel, ein Kriegsspiel. Das uns lehrt, dass wir nur gewinnen können, wenn wir eigene Figuren dem grösseren Plan opfern.

Wenn ich persönliche Opfer bringe zu Gunsten eines grösseren Ganzen – wenn ich z.B. verzichte, mich engagiere, Entbehrungen auf mich nehme –, mag das für mich selber entwicklungsfördernd sein und mich vielleicht auch weiser werden lassen. Wenn ich hingegen andere opfere für meine Ziele, ist es egoistisch und menschenverachtend. Politische Gewalt funktioniert leider oft so. Die mächtigen Bosse lassen das kleine Volk ihre Pläne ausführen, in der ersten Reihe stehen, die massakriert werden wird. Sie bezahlen sie womöglich dafür, und wer dumm genug ist, als Söldner sein Leben (im wörtlichen Sinn) aufs Spiel zu setzen, ist schliesslich selber schuld und weiss hoffentlich, was er tut. Und wenn sie nicht bezahlen und ihre Figuren nicht als Söldner verwenden, so doch als abhängige Untergebene, denen keine Wahl bleibt, als mitzuspielen – oder aber beispielsweise zu verhungern.

Jedenfalls bringen diese Mächtigen keine persönlichen Opfer (es sei denn, der Schmerz über die finanziellen Verluste für das Spiel), sondern opfern die anderen, lassen andere die Drecksarbeit machen. Die Anzugträger planen das Spiel, managen ihre "human resources", tragen die schwere Verantwortung der Welt auf ihren Schultern.

Aber es ist immer leicht, anzufeuern, für den Kampf zu begeistern, an Ruhm und Ehre zu appellieren und dabei in weichen Kissen zu sitzen während die Ausführenden durch den Schlamm robben und in Nässe und Kälte erfrieren, erschossen werden, verhungern.

Was wäre, wenn die Unterdrückten das Spiel durchschauten und sich entschlössen, nicht mehr mitzuspielen? Die Mächtigen einfach im Regen stehen lassen? Die Waffen hinschmeissen und dem Schlachtfeld den Rücken zudrehten?

Können wir es uns leisten? Oder ist der Druck zu gross, die Abhängigkeit von den Geld- und Nahrungsgebern zu definitiv, so dass wir verhungern müssten, uns der Zugang zu den Lebensgrundlagen gekappt würde?

Wenn ja: Welche Alternativen gibt es sonst noch?


Von Reto Frischknecht, Oktober 2012