cry for help (Text: R. Frischknecht, Musik: B. Driutti & R. Frischknecht, 2008)
Rivers of blood running down to the sea
Into an ocean of madness
A barren land as far as my eyes can see
A shuddering voice full of sadness:

Where is our hope and where are the dreams?
Where is the promise for comfort?
Who hears our cries? And who gives us peace?
Who knows where all this will end?

Rescue us! Care for us!
Heal the wounds! Carry us!
Stay with us! Tarry with us!
We're dying – dying alone!

I want to run and to hide from the pain
I want to flee from the darkness
I watch this world slowly going insane
I want to hide from this madness

But where is our hope and where are the dreams?
Where is the promise for comfort?
Who hears our cries? And who gives us peace?
Who knows where all this will end?

While I'm still standing here moping in vain
Raindrops fall down from the sky
And I realise it: You feel the same pain
Yes, heaven has started to cry!


Übersetzung
Flüsse von Blut eilen hin zum Meer, münden in einen Ocean des Irrsinns.
Ein unfruchtbares Land so weit mein Auge reicht. Eine zitternde Stimme voller Traurigkeit:

Wo ist unsere Hoffnung und wo sind die Träume? Wo das Versprechen von Trost?
Wer hört unsere Schreie? Und wer gibt uns Frieden? Wer weiss, wo das alles enden wird?

Rette uns! Sorge dich um uns! Heile die Wunden! Trage uns!
Bleib bei uns! Harre mit uns aus! Wir sterben – sterben alleine!

Ich will davonrennen und mich vor dem Schmerz verbergen, will vor der Dunkelheit flüchten.
Ich sehe zu, wie diese Welt langsam verrückt wird. Ich will mich vor diesem Irrsinn verbergen.

Doch wo ist unsere Hoffnung und wo sind die Träume? Wo das Versprechen von Trost?
Wer hört unsere Schreie? Und wer gibt uns Frieden? Wer weiss, wo das alles enden wird?

Während ich hier stehe und sinnlos jammere, fallen Regentropfen vom Himmel.
Und plötzlich verstehe ich: Du fühlst den selben Schmerz.
Ja, der Himmel hat zu weinen begonnen!

Gedanken zum Song "Warum lässt Gott all das Unrecht zu, wenn es ihn gibt?" – Diese alte Frage wird hier aufgenommen. Ich bin schockiert über das zerstörerische Wesen des Menschen, über das negative Potenzial, das auch in mir steckt. Ja, ich sehe auch meine Mitschuld am "Status quo". Auch ich kann mich nicht entziehen. Mein Lebensstil ist mit verantwortlich dafür, dass andere Hunger leiden.

Und dann lese ich als reicher, wohlbehüteter Schweizer in der Bergpredigt: "Selig die Trauernden – sie werden getröstet werden. Selig die Gewaltlosen – sie werden das Land erben" und frage mich: Aber wann? Wie viele Menschen müssen noch sterben, verhungern, verdursten mit unerfüllten Hoffnungen? Immer wieder schreie ich zu Gott, er solle die Welt verändern, alles zum Guten wenden, den Unterdrückten und Leidenden endlich Gerechtigkeit verschaffen. Und weil ich mitleide mit den Vielen, kann ich diese Worte aus ganzem Herzen mitschreien: Rette uns! Sorge dich um uns! Heile die Wunden! Trage uns! Bleib bei uns! Harre mit uns aus! Wir sterben – sterben alleine!

Trotz allem Leid, aller Ungeduld, die ich verspüre, glaube ich, dass Gott da ist. Nur möchte er die Menschen von innen her verändern, nicht gewaltsam. Gott programmiert uns nicht wie Roboter oder lenkt uns wie Marionetten, deshalb beseitigt er das Schlechte nicht einfach mit einem Wunder. Wenn wir unser Inneres aber durch die Beziehung mit Gott verändern lassen, werden wir fähig, die Welt zu verändern. Ich glaube, Gott weint um uns, weil wir nicht sehen und nicht hören, nicht mitfühlen, uns nicht kümmern. Gott weint mit uns und hält mit uns aus, hofft mit uns und trägt uns. Dennoch falle ich immer wieder einmal in mein Klagen zurück. Auch weil ich das Gefühl habe, ich allein könne ja nichts bewirken. Mein Mitfühlen, mein Bisschen Hilfe kann die Welt noch nicht verbessern. Aber vielleicht bin ich auch nicht der Einzige, der mitleidet. Und nicht der Einzige, der etwas zu verändern versucht. Ich hoffe, wir können uns immer wieder gegenseitig Mut machen.

Von Reto Frischknecht, Oktober 2008