cry for help | Informationen zum Song
"Warum lässt Gott all das Unrecht zu, wenn es ihn gibt?" Diese alte Frage wird hier aufgenommen. Ich bin schockiert über das zerstörerische Wesen des Menschen, über das negative Potenzial, das auch in mir steckt. Ja, ich sehe auch meine Mitschuld am "Status quo". Auch ich kann mich nicht entziehen. Mein Lebensstil ist mit verantwortlich dafür, dass andere Hunger leiden.
Und dann lese ich als reicher, wohlbehüteter Schweizer in der Bergpredigt: "Selig die Trauernden sie werden getröstet werden. Selig die Gewaltlosen sie werden das Land erben" und frage mich: Aber wann? Wie viele Menschen müssen noch sterben, verhungern, verdursten mit unerfüllten Hoffnungen? Immer wieder schreie ich zu Gott, er solle die Welt verändern, alles zum Guten wenden, den Unterdrückten und Leidenden endlich Gerechtigkeit verschaffen. Und weil ich mitleide mit den Vielen, kann ich diese Worte aus ganzem Herzen mitschreien: Rette uns! Sorge dich um uns! Heile die Wunden! Trage uns! Bleib bei uns! Harre mit uns aus! Wir sterben sterben alleine!
Trotz allem Leid, aller Ungeduld, die ich verspüre, glaube ich, dass Gott da ist. Nur möchte er die Menschen von innen her verändern, nicht gewaltsam. Gott programmiert uns nicht wie Roboter oder lenkt uns wie Marionetten, deshalb beseitigt er das Schlechte nicht einfach mit einem Wunder. Wenn wir unser Inneres aber durch die Beziehung mit Gott verändern lassen, werden wir fähig, die Welt zu verändern. Ich glaube, Gott weint um uns, weil wir nicht sehen und nicht hören, nicht mitfühlen, uns nicht kümmern. Gott weint mit uns und hält mit uns aus, hofft mit uns und trägt uns. Dennoch falle ich immer wieder einmal in mein Klagen zurück. Auch weil ich das Gefühl habe, ich allein könne ja nichts bewirken. Mein Mitfühlen, mein Bisschen Hilfe kann die Welt noch nicht verbessern. Aber vielleicht bin ich auch nicht der Einzige, der mitleidet. Und nicht der Einzige, der etwas zu verändern versucht. Ich hoffe, wir können uns immer wieder gegenseitig Mut machen.
Von Reto Frischknecht, Oktober 2008
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