dreamkiller (Text & Musik: R. Frischknecht, 1998) Brace yourself for the day when the dreamkiller comes
and your innocence dies
Strenghten your soul for the day of the dreamkiller comes
like a thief in the night
Nailing your feet to the ground, cuts your wings
Burning your hopes and the dreams of a peaceful new world
of a peaceful new world

As a child your day was bright and tomorrow far away
You slept safely in your bed
You didn’t know about the lies in this holy brave new world
Didn’t know about the pain
Remember these days my sweet child, lift your eyes to the sky
And enter the kingdom of light before it’s too late

In the meantime you have learned: only trust in what you see
Your doubting heart has turned to ice
Could it be that you forgot the music of eternity?
Did the pain just take its price?
Remember the day, my poor child, you looked up to the sky
And enter the kingdom of light before it’s too late


Übersetzung
Wappne dich für den Tag, an dem der Traummörder kommt
und deine Unschuld stirbt.
Stähle deine Seele für den Tag, an dem der Traummörder kommt –
wie ein Dieb in der Nacht,
der deine Füsse am Boden festnagelt, dir die Flügel stutzt
und deine Hoffnungen und Träume einer friedvollen neuen Welt verbrennt.

Als Kind war dein Tag hell und das Morgen weit entfernt.
Du schliefst behütet in deinem Bett.
Du wusstest noch nicht um die Lügen in dieser heiligen, schönen neuen Welt,
wusstest nichts vom Schmerz.
Erinnere dich dieser Tage, mein liebliches Kind, und erhebe deine Augen zum Himmel,
und tritt ein in das Königreich des Lichts, bevor es zu spät dafür ist …

In der Zwischenzeit hast du gelernt, nur an das zu glauben, was du sehen kannst.
Dein zweifelndes Herz ist zu Eis erstarrt.
Kann es sein, dass du die Musik der Ewigkeit vergessen konntest?
Hat der Schmerz seinen Preis gefordert?
Erinnere dich des Tages, mein armes Kind, als du zum Himmel aufschautest,
und tritt in das Königreich des Lichts ein, bevor es zu spät dafür ist …

Gedanken zum Song Enttäuschungen können dazu führen, dass wir unsere Erwartungen an das Leben zurückschrauben (was an sich nicht unbedingt schlecht ist; vielleicht hatten wir ja unerfüllbar grosse und unrealistische Erwartungen an das Leben), dass wir unsere Träume und Hoffnungen, unseren Idealismus aufgeben. Und damit auch unser Engagement. Wir kämpfen nicht mehr um etwas, das uns wichtig ist. Womöglich lassen wir nicht mal mehr zu, dass uns etwas derart wichtig werden könnte. Denn dann besteht die Gefahr, es zu verlieren, enttäuscht zu werden, loslassen zu müssen. Da bleiben wir lieber von Anfang an "realistisch", beschränken uns auf das "Machbare".

Ist es nicht nachvollziehbar, wenn die Realität uns so zurechtstutzt? Tritt irgendwann nach der Zeit des Kind-Seins einfach der Traummörder auf und schlägt zu? Ist das der normale Lauf der Dinge?

Das Bild vom "Traummörder" könnte uns aufrütteln, an unseren Hoffnungen, Träumen, an idealistischen Zielen festzuhalten und dafür zu kämpfen. Der Verlust dieser guten Dinge ist nicht einfach ein passiver hinzunehmender Prozess. In der Metapher ist es ein aktives Ermorden, das womöglich von aussen sogar unterstützt ist – und gegen das wir uns vielleicht sogar wehren könnten. Ich glaube nicht, dass alle Träume, die sterben, auch wirklich sterben müssten.

Die Welt ist womöglich auch zu einem derartigen Tollhaus geworden, weil wir es zulassen.


Reto Frischknecht, Oktober 2012