fade away (Text & Musik: R. Frischknecht, 1996) We are born in living hell
Under the curse of death we fell
I can’t deny the guilt
I can’t deny the pain I caused ... I caused to you

Like the dust that covers the earth
To dust you will return
Like a flower in the desert
When the wind blows it will surely fade away
Fade away ...

Beside a killer I am clean
I know my guilt will not be seen
But in your eyes I know
my hands are red of blood of what I ... I caused to you

But even though I am still safely in your hands, my God!



Übersetzung
Wir sind in die lebendige Hölle hineingeboren und unter dem Fluch des Todes sind wir gefallen.
Ich kann die Schuld nicht verleugnen und kann den Schmerz nicht entschuldigen, den ich Dir zugefügt habe.

Wie der Staub, der die Erde bedeckt – zu Staub wirst du zurückkehren.
Wie eine Blume, die in der Wüste blüht – wenn ein heisser Wind weht, wird sie schnell vergehen ...

Mit einem Mörder verglichen bin ich rein, meine Schuld schwindet dahin, ich weiss.
Doch in Deinen Augen sind meine Hände rot von Blut wegen dem, was ich Dir angetan habe.

Wie der Staub, der die Erde bedeckt – zu Staub wirst du zurückkehren.
Wie eine Blume, die in der Wüste blüht – wenn ein heisser Wind weht, wird sie schnell vergehen –
und trotzdem bin ich in Deinen Händen sicher, mein Gott!

Gedanken zum Song Von der Entstehungsgeschichte her ist fade away das älteste Lied im Repertoir von DividingLine. Es thematisiert, wie wichtig wir uns als Menschen nehmen, wie gross und mächtig wir uns sehen – und dabei vergessen, dass wir eigentlich doch sehr verletzlich sind und letztlich alle sterben werden. Wir übersehen, dass wir aufeinander angewiesen, liebesbedürftig und ängstlich sind.

Doch durch unser Streben nach Liebe, danach, etwas bewirken zu können, unser Leben Gewinn bringend zu gestalten, zerstören wir auch vieles. Denn dabei verhalten wir uns egoistisch, lehnen Verantwortung für andere Menschen ab und verletzen so Andere. Beziehungen gehen in die Brüche, weil wir zu stolz sind, uns zu entschuldigen. Wir verleumden und diffamieren einander, stellen uns mit Notlügen in ein gutes Licht ... Doch beim Anblick der Fehler, die Andere bei sich erst mal in Ordnung bringen sollten, verblasst natürlich unsere eigene Schuld ...

Es ist verständlich, dass wir so handeln, dass wir die Schuld woanders suchen, denn sonst müssten wir unser Verhalten ändern. Es ist verständlich, aber nicht egal.

Ich wurde schon auf den makabren Schädel angesprochen, den ich während dieses Liedes meistens in der Hand halte, wurde gefragt, ob ich damit Todessehnsucht ausdrücken wolle angesichts des Leides auf der Welt. Wie die Erklärungen zeigen, geht es mir mit diesem ungewohnten und für viele abstossenden Bild aber um das Thema "memento mori" – gedenke der Vergänglichkeit. Wenn wir uns bewusst sind, dass wir nicht ewig leben werden, verhalten wir uns vielleicht mitfühlender, nehmen nicht mehr alles so tierisch ernst, kümmern uns dann vielleicht um die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Und wir bräuchten auch keine Angst vor unserer Verletzlichkeit zu haben, denn Gott hält uns sicher in seinen Händen.

"Herr, tu mir mein Ende kund und die Zahl meiner Tage! Lass mich erkennen, wie sehr ich vergänglich bin! Du machtest meine Tage nur eine Spanne lang, meine Lebenszeit ist vor dir wie ein Nichts. Ein Hauch nur ist jeder Mensch. Nur wie ein Schatten geht der Mensch einher, um ein Nichts macht er Lärm. Er rafft zusammen und weiß nicht, was er einheimst. Und nun, Herr, worauf soll ich hoffen? Auf dich allein will ich harren." (Psalm 39, 5 – 8)


Reto Frischknecht, April 2007