fade away | Informationen zum Song
Von der Entstehungsgeschichte her ist fade away das älteste Lied im Repertoir von DividingLine. Es thematisiert, wie wichtig wir uns als Menschen nehmen, wie gross und mächtig wir uns sehen und dabei vergessen, dass wir eigentlich doch sehr verletzlich sind und letztlich alle sterben werden. Wir übersehen, dass wir aufeinander angewiesen, liebesbedürftig und ängstlich sind.
Doch durch unser Streben nach Liebe, danach, etwas bewirken zu können, unser Leben Gewinn bringend zu gestalten, zerstören wir auch vieles. Denn dabei verhalten wir uns egoistisch, lehnen Verantwortung für andere Menschen ab und verletzen so Andere. Beziehungen gehen in die Brüche, weil wir zu stolz sind, uns zu entschuldigen. Wir verleumden und diffamieren einander, stellen uns mit Notlügen in ein gutes Licht ... Doch beim Anblick der Fehler, die Andere bei sich erst mal in Ordnung bringen sollten, verblasst natürlich unsere eigene Schuld ...
Es ist verständlich, dass wir so handeln, dass wir die Schuld woanders suchen, denn sonst müssten wir unser Verhalten ändern. Es ist verständlich, aber nicht egal.
Ich wurde schon auf den makabren Schädel angesprochen, den ich während dieses Liedes meistens in der Hand halte, wurde gefragt, ob ich damit Todessehnsucht ausdrücken wolle angesichts des Leides auf der Welt. Wie die Erklärungen zeigen, geht es mir mit diesem ungewohnten und für viele abstossenden Bild aber um das Thema "memento mori" gedenke der Vergänglichkeit. Wenn wir uns bewusst sind, dass wir nicht ewig leben werden, verhalten wir uns vielleicht mitfühlender, nehmen nicht mehr alles so tierisch ernst, kümmern uns dann vielleicht um die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Und wir bräuchten auch keine Angst vor unserer Verletzlichkeit zu haben, denn Gott hält uns sicher in seinen Händen.
"Herr, tu mir mein Ende kund und die Zahl meiner Tage! Lass mich erkennen, wie sehr ich vergänglich bin! Du machtest meine Tage nur eine Spanne lang, meine Lebenszeit ist vor dir wie ein Nichts. Ein Hauch nur ist jeder Mensch. Nur wie ein Schatten geht der Mensch einher, um ein Nichts macht er Lärm. Er rafft zusammen und weiß nicht, wer er einheimst. Und nun, Herr, worauf soll ich hoffen? Auf dich allein will ich harren." (Psalm 39, 5 8)
Von Reto Frischknecht, April 2007
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