the fall of the great (Text & Musik: R. Frischknecht, 2004) We see them sit in sacred places
And hear them twist the word of God
To make it serve their own purposes
and lead the nations into war

It’s time to stand up and shout
It’s time to lift the voice
It’s time to open the eyes

The fall of the great is at hand
Their time has come to face the end
The time of corruption, of stealing and murder
Of violence raping the earth will find its end
In the fall of the great

They’re occupying high departements
To represent the nations will
But they’re corrupted by the honour
And use their force to keep us still

It’s time to stand up and fight
It’s time to break the rules
It’s time to gather our power


Übersetzung
Wir sehen sie in geheiligten Positionen sitzen
und hören, wie sie das Wort Gottes verdrehen,
um es dem eigenen Nutzen dienlich machen zu können
und um Völker in Kriege zu schicken.

Es ist Zeit, aufzustehen und sich zu wehren,
es ist Zeit, die Stimme zu erheben und die Augen zu öffnen!

Der Fall der Mächtigen ist nah;
ihre Zeit ist beinahe zu Ende!
Die Zeit von Korruption, von Diebstahl und Mord, von Gewalt, welche die Erde zerstört,
wird mit dem Fall der Mächtigen ihr Ende finden.

Sie besetzen hohe Posten um den Willen der Völker zu repräsentieren;
doch die Ehre und der Ruhm haben sie korrumpiert,
und jetzt gebrauchen sie ihre Stärke um uns ruhig zu halten.

Es ist Zeit, aufzustehen und zu kämpfen,
es ist Zeit, die Regeln zu durchbrechen,
es ist Zeit, unsere Kräfte zusammenzuschliessen!
Gedanken zum Song Es ist wohl ein Lied, das eine mahnende, herausfordernde Saite anschlägt, doch dass der Fall "at hand" ist, kann relativ verstanden werden. Seit Jahrtausenden leiden Menschen unter demütigenden Lebensbedingungen, unter der Macht von Führern, die nur ihr eigenes Wohl im Sinn haben – und ihr Volk einfach so weit zufrieden stellen, dass kein Aufstand gegen sie und die vorherrschenden Besitzverhältnisse droht.

Schon lange glauben die Menschen daran und hoffen sie darauf, dass die Mächtigen ihre Spiele nicht ewig spielen dürfen; dass sich ihr egoistisches Verhalten rächen wird. Doch bis heute sehen wir, wie es den Selbstsüchtigen und Korrumpierten gut geht auf Kosten der Bescheidenen, Ehrlichen, Fürsorglichen. Es scheint das Gesetz dieser Welt zu sein, dass Unrecht Gewinn und Wohlstand einbringt und dass die Welt regiert, wer die grösste Klappe hat.

Ich finde es auch erstaunlich, dass sich die grosse Masse so lange an der Nase herumführen lässt, sich mit fadenscheinigen Erklärungen und billigen Tröstungsversuchen zufrieden gibt. Würde die Mehrheit aufstehen und von ihrer zahlenmässigen Überlegenheit Gebrauch machen, sähe es vielleicht anders aus. Ist es das bekannte Gefühl, als einzelner Mensch ja doch nichts bewirken zu können? – "Die in der Regierung machen ja eh, was sie wollen", hört man allenthalben vor Abstimmungen. Oder ist es die Angst vor Bestrafung? Ein Eintrag in irgendeiner behördlichen Kartei? Gefängnis?

Können wir es uns leisten, weg zu schauen, solange es uns persönlich gut geht? Uns nicht um die Benachteiligten in unserer Gesellschaft zu kümmern? Geschweige denn um die Vielen in den Drittweltländern, die an dieser gemachten Ungerechtigkeit und Ausbeutung zu Grunde gehen? Gilt es nicht vielmehr, uns bewusst zu machen, welche Macht wir besitzen und uns klar zu werden, dass wir sie benutzen könnten?!

Die Geschichte zeigt, dass Ungerechtigkeit immer wieder Erfolg hatte. Schon Hiob klagte Gott an, er lasse Unrecht einfach geschehen, kümmere sich nicht um jene, die gerecht leben. Einer seiner Freunde widerspricht ihm folgendermassen:

"Sie [die Mächigen] sterben plötzlich, mitten in der Nacht; das Volk gerät in Aufruhr und sie müssen fort. Starke müssen weichen, ohne dass eine Hand sich rührt. Denn seine [Gottes] Augen schauen auf des Menschen Wege, alle seine Schritte sieht er wohl. Kein Dunkel gibt es, keine Finsternis, wo sich die Übeltäter bergen könnten. Denn dem Menschen setzt er keine Frist, zu Gott ins Gericht zu gehen. Gewaltige knickt er ohne Verhör und stellt andere an ihren Platz. Wahrhaftig, Gott kennt ja ihre Taten, er stürzt sie bei Nacht und sie sind zermalmt. Wie Frevler schlägt er sie an einem Ort, wo man es sieht, deshalb, weil sie von ihm wichen, nicht achteten auf alle seine Wege. So lässt er der Armen Geschrei zu sich kommen, er hört das Geschrei der Gebeugten." (Hiob 34, 20 bis 28)

"Weh dem, der seinen Palast mit Ungerechtigkeit baut, seine Gemächer mit Unrecht, der seinen Nächsten ohne Entgelt arbeiten lässt und ihm seinen Lohn nicht gibt ..." (Jeremia 22, 13)

"Der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten." (Römer 1,18)

"Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein." (Matthäus 20, 25+26)

"Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich." (Matthäus 5, 4 bis 10)

"Errege dich nicht über die Bösen, wegen der Übeltäter ereifere dich nicht! Denn sie verwelken schnell wie das Gras, wie grünes Kraut verdorren sie." (Psalm 37, 1+2)


Reto Frischknecht, April 2007