the fall of the great | Informationen zum Song

Es ist wohl ein Lied, das eine mahnende, herausfordernde Saite anschlägt, doch dass der Fall "at hand" ist, kann relativ verstanden werden. Seit Jahrtausenden leiden Menschen unter demütigenden Lebensbedingungen, unter der Macht von Führern, die nur ihr eigenes Wohl im Sinn haben – und ihr Volk einfach so weit zufrieden stellen, dass kein Aufstand gegen sie und die vorherrschenden Besitzverhältnisse droht.

Schon lange glauben die Menschen daran und hoffen sie darauf, dass die Mächtigen ihre Spiele nicht ewig spielen dürfen; dass sich ihr egoistisches Verhalten rächen wird. Doch bis heute sehen wir, wie es den Selbstsüchtigen und Korrumpierten gut geht auf Kosten der Bescheidenen, Ehrlichen, Fürsorglichen. Es scheint das Gesetz dieser Welt zu sein, dass Unrecht Gewinn und Wohlstand einbringt und dass die Welt regiert, wer die grösste Klappe hat.


Ich finde es auch erstaunlich, dass sich die grosse Masse so lange an der Nase herumführen lässt, sich mit fadenscheinigen Erklärungen und billigen Tröstungsversuchen zufrieden gibt. Würde die Mehrheit aufstehen und von ihrer zahlenmässigen Überlegenheit Gebrauch machen, sähe es vielleicht anders aus. Ist es das bekannte Gefühl, als einzelner Mensch ja doch nichts bewirken zu können? – "Die in der Regierung machen ja eh, was sie wollen", hört man allenthalben vor Abstimmungen. Oder ist es die Angst vor Bestrafung? Ein Eintrag in irgendeiner behördlichen Kartei? Gefängnis?

Können wir es uns leisten, weg zu schauen, solange es uns persönlich gut geht? Uns nicht um die Benachteiligten in unserer Gesellschaft zu kümmern? Geschweige denn um die Vielen in den Drittweltländern, die an dieser gemachten Ungerechtigkeit und Ausbeutung zu Grunde gehen? Gilt es nicht vielmehr, uns bewusst zu machen, welche Macht wir besitzen und uns klar zu werden, dass wir sie benutzen könnten?!

Die Geschichte zeigt, dass Ungerechtigkeit immer wieder Erfolg hatte. Schon Hiob klagte Gott an, er lasse Unrecht einfach geschehen, kümmere sich nicht um jene, die gerecht leben. Einer seiner Freunde widerspricht ihm folgendermassen:

"Sie [die Mächigen] sterben plötzlich, mitten in der Nacht; das Volk gerät in Aufruhr und sie müssen fort. Starke müssen weichen, ohne dass eine Hand sich rührt. Denn seine [Gottes] Augen schauen auf des Menschen Wege, alle seine Schritte sieht er wohl. Kein Dunkel gibt es, keine Finsternis, wo sich die Übeltäter bergen könnten. Denn dem Menschen setzt er keine Frist, zu Gott ins Gericht zu gehen. Gewaltige knickt er ohne Verhör und stellt andere an ihren Platz. Wahrhaftig, Gott kennt ja ihre Taten, er stürzt sie bei Nacht und sie sind zermalmt. Wie Frevler schlägt er sie an einem Ort, wo man es sieht, deshalb, weil sie von ihm wichen, nicht achteten auf alle seine Wege. So lässt er der Armen Geschrei zu sich kommen, er hört das Geschrei der Gebeugten." (Hiob 34, 20 bis 28)

"Weh dem, der seinen Palast mit Ungerechtigkeit baut, seine Gemächer mit Unrecht, der seinen Nächsten ohne Entgelt arbeiten lässt und ihm seinen Lohn nicht gibt ..." (Jeremia 22, 13)

"Der Zorn Gottes wird vom Himmel herab offenbart wider alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten." (Römer 1,18)

"Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein." (Matthäus 20, 25+26)

"Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden. Selig, die keine Gewalt anwenden; denn sie werden das Land erben. Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden. Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden. Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich." (Matthäus 5, 4 bis 10)


"Errege dich nicht über die Bösen, wegen der Übeltäter ereifere dich nicht! Denn sie verwelken schnell wie das Gras, wie grünes Kraut verdorren sie." (Psalm 37, 1+2)

Von Reto Frischknecht, April 2007


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