in the light (Text & Musik: R. Frischknecht, 2005) The night is setting on the town – another busy day is gone
The souls are hungry for the rush to satisfy their needs
The heavy burdens on our backs – the knowledge of the love we lack
the flood of lust will wash away – of thoughts we shouldn't dare

"Take away the resignation, fill us with your holy passion!
Fill our hearts with true regression, bring us back again!"

The light is gone but where's the moonlight to fall upon the human pride
to shine on those who call themselves great and strong and brave?
But now they cannot see the madness, they’re caught within an endless mace
The cannot find the place where they could finally be safe

In the light of the kingdom of heaven we shall dance and will finally be free
In the light of our father in heaven we shall dance and be free

The sun is rising in the sky – again our time is rushing by
Once more we have successfully oppressed the need to hide
Again we’re standing bold and pride, the fears we felt seem left behind
The sacrificial rites begin once more to fill our minds

"Take away the resignation, fill us with your holy passion!
Fill our hearts with true regression, bring us back again!"

The flesh is weak in this temptations, and sad to say: so is the soul
We learned to live our lives in independence of His love
The legacy is pain and sorrow, uncertainty about tomorrow
Our ears are shut, we cannot hear His calling from above


Übersetzung
Die Nacht senkt sich auf die Stadt hinab. Ein weiterer geschäftiger Tag geht dem Ende entgegen.
Nun hungern die Seelen nach dem Rausch, der ihre Nöte befriedigen soll:
diese schweren Bürden auf unseren Rücken, das Wissen, dass es uns an Liebe mangelt,
wird eine Flut der Lust hinwegspülen – Gedanken, die wir nicht zu denken wagen sollten.
"Nimm uns diese Resignation und fülle uns mit Deiner heiligen Leidenschaft.
Fülle unsere Herzen mit echter Reue und bring uns zu Dir zurück!"

Die Nacht ist gekommen, doch wo ist das Mondlicht, das auf den menschlichen Stolz fallen könnte,
jene bescheinen, die sich selber gross und stark und mutig nennen?
Doch so können sie ihre Verrücktheit nicht erkennen und sind in einem endlosen Irrgarten gefangen.
Sie können den Platz nicht finden, an dem sie endlich zur Ruhe kommen könnten.
"Nimm uns diese Resignation und fülle uns mit Deiner heiligen Leidenschaft.
Fülle unsere Herzen mit echter Reue und bring uns zu Dir zurück!"

Im Licht des himmlischen Königreichs werden wir tanzen und endlich frei sein!
Im Licht unseres himmlischen Vaters werden wir tanzen und frei sein!

Die Sonne steigt zum Himmel empor und wieder verfliegt unsere Zeit.
Einmal mehr haben wir erfolgreich den Wunsch, uns zu verstecken, unterdrückt.
Einmal mehr stehen wir mutig und stolz da, und die Schrecken der Nacht scheinen so weit entfernt.
Die Opferriten erfüllen einmal mehr unser Denken.
"Nimm uns diese Resignation und fülle uns mit Deiner heiligen Leidenschaft.
Fülle unsere Herzen mit echter Reue und bring uns zu Dir zurück!"

Das Fleisch ist schwach in diesen Versuchungen – und leider ist es der Geist ebenso.
Wir lernten unsere Leben in Unabhängigkeit von Seiner Liebe zu leben.
Das Vermächtnis sind Schmerz und Sorge, Unsicherheit um die Zukunft.
Doch unsere Ohren sind verschlossen und wir können Sein Rufen nicht hören.
"Nimm uns diese Resignation und fülle uns mit Deiner heiligen Leidenschaft.
Fülle unsere Herzen mit echter Reue und bring uns zu Dir zurück!"

Im Licht des himmlischen Königreichs werden wir tanzen und endlich frei sein!
Im Licht unseres himmlischen Vaters werden wir tanzen und frei sein!
Gedanken zum Song Solange wir Menschen in der selbstgemachten Hektik des Alltags leben, können wir beängstigenden Fragen ausweichen: Wer bin ich? Was tu ich überhaupt? Hat das einen Sinn, was ich da tagtäglich produziere? Bin ich zufrieden mit dem Leben, so wie ich es mir eingerichtet habe? Woran verschwende ich allenfalls meine Kräfte? Fühle ich mich abhängig, gefangen in Mustern, aus denen ich nicht ausbrechen kann? Bin ich akzeptiert – oder mehr noch: werde ich von jemandem wirklich geliebt; angenommen, so, wie ich bin? Oder bin ich nur etwas wert, weil ich leiste? Bin ich am Ende meiner Kräfte und bräuchte dringend eine Pause? Braucht mich die Welt überhaupt? ...

Es gibt hunderte solcher Fragen, Zweifel, Ängste. Welche der hier aufgeführten auf uns zutreffen mögen – durch unsere Geschäftigkeit weichen wir einer ernsthaften Auseinandersetzung mit ihnen meist aus. Denn wir fürchten uns vor dem Schmerz, den wir dann plötzlich fühlen würden, der Leere, die uns bewusst werden würde, der Bedürftigkeit, der Verletzlichkeit.

Somit kann das Bild der heraufziehenden Nacht als Bedrohung für diese Abgelenktheit gesehen werden. Die Nacht steht für das Geheimnisvolle, Verborgene, auch für unbewusste Ängste. In der Nacht sehen wir nichts mehr klar – blicken wortwörtlich nicht mehr durch –, fühlen uns einsam und klein. Gleichzeitig stellt die Nacht eine Ruhepause in unserem Treiben dar. Sie gäbe uns die Möglichkeit, über das Werk des Tages nachzudenken und somit vielleicht auch einige der angeführten Fragen zu bedenken.

Doch es geht weiter: Aus Angst vor diesen Fragen machen wir modernen Menschen die Nacht zum Tag; bis zur letzten Sekunde dröhnen wir uns mit Unterhaltung und mit Ablenkungsmethoden zu und legen uns schliesslich schlafen in der Hoffnung, die Ängste mögen uns nicht unkontrollierbar im Traum überfallen. Wir fühlen uns rastlos. In diesem Liedtext wird uns Menschen nicht einmal der Mond als Lichtquelle zugestanden, um unsere nächtliche Welt zu versilbern. Die Geistigkeit, das Zarte, die weibliche Energie ist uns verborgen – Aspekte, die mit der Symbolik des Mondes genannt werden könnten. So betonen wir weiter unsere harte Seite, sind froh, wenn am anderen Tag die Sonne wieder Scheint (Sinnbild für die Ratio, das Bewusstsein, für Durchblick und Kraft). Dann können wir wieder selbstsicher hinstehen und unseren Tätigkeiten nachgehen. Wir haben über Schwachheit und Angst gesiegt.

Die Erklärung für unser machohaftes Gehabe liegt wahrscheinlich in unserem Unabhängigkeitsdrang. Wir glauben, die Wünsche nach Liebe und Geborgenheit nicht zeigen, unsere Bedürftigkeit nicht zugeben zu dürfen, denn in einer Leistungsgesellschaft werden diese Bedürfnisse als Schwäche angesehen. Sich von Gott abhängig zu machen, bedeutet also Schwäche; Gläubige sind Menschen, die ihr Leben nicht selber in den Griff kriegen, die ein niedriges Selbstwertgefühl haben, die ängstlich sind und deshalb die Hilfe eines höheren Wesens brauchen, habe ich mir sagen lassen müssen.

Solange wir uns nicht auf die Nacht einlassen können, werden wir aber unseren Zwangshandlungen ausgeliefert sein. Ich behaupte, dass wir gar nicht so frei und unabhängig sind, wie wir uns selber glauben machen wollen. Der Preis für dieses Streben nach Macht und Sicherheiten sind seelische Schmerzen, Sorgen, Unsicherheit bezüglich der Zukunft, Misstrauen gegenüber anderen Menschen.

Es kann befreiend sein, die eigene Schwachheit, Liebesbedürftigkeit, Verletzheit, Angst, Unsicherheit und weitere "negative" Gefühle anzuerkennen. Sie gehören zum Menschsein. Die Abhängigkeit von Gott, in die ich mich begebe, ist keine einengende Abhängigkeit. Gott bedrängt uns nicht mit Verboten und will uns nicht mit Sanktionen und Bedingungen klein halten. Es ist eher ein Fallenlassendürfen, ein Getragenwerden von starken Armen, ein Zufluchtsort, an dem ich neue Kraft tanken kann wenn ich erschöpft oder verängstigt bin. Eine Mutter, die mich behütet, ein Vater, der mich beschützt. Eine Beziehung, die mir Kraft gibt. Deshalb der Wunsch: "Nimm uns diese Resignation und fülle uns mit Deiner heiligen Leidenschaft. Fülle unsere Herzen mit echter Reue und bring uns zu Dir zurück!"


Reto Frischknecht, April 2007