love me from the cradle to the grave (Text & Musik: R. Frischknecht, 2014)
A child sitting in a corner of a desert called its home
The vision blurred by tears and shaking before the looming storm
Repeated blows of violence
Constant words of pain
Crying to the clouds above black with acid rain

Save me! Take me home!

Love me from the cradle to the grave and beyond
Love me in my weakness and my strength
Lead me on
Love me from the cradle to the grave and beyond
Love me in my weakness and my strength
Lead me on
Take me home

A heart shattered into peaces
All hope is lost and gone
Life around me seems to cease
I'm lying broken and alone
Heedlessly abandoned I'm bleeding to the core
Yet I can't stop to cry to you and to clinging even more

Save me! Take me home!


Übersetzung
Das Kind sitzt in einem Winkel einer Wüste, sein Zuhause genannt
Die Sicht verschleiert von Tränen und es zittert vor dem drohenden Sturm
Wiederholte Brutalität, nie endende verletzende Worte
Schreit hinauf zu schwarzen Wolken voller sauren Regens

Rette mich! Nimm mich nach Hause!

Liebe mich von der Wiege bis ins Grab – und darüber hinaus
Liebe mich in meiner Schwachheit, wie auch in meiner Stärke
Führe mich weiter
Liebe mich von der Wiege bis ins Grab – und darüber hinaus
Liebe mich in meiner Schwachheit, wie auch in meiner Stärke
Führe mich weiter
Nimm mich nach Hause

Ein Herz in Stücke geschlagen
Alle Hoffnung verloren
Das Leben um mich herum scheint aufzuhören
Ich liege gebrochen und alleine hier
Rücksichtslos zurückgelassen und blute aus dem Innersten
Doch dennoch kann ich nicht aufhören, zu dir zu schreien
und mich erst recht an dich zu klammern

Rette mich! Nimm mich nach Hause!

Gedanken zum Song Die beiden Strophen stehen nur exemplarisch für ein Leben voller Leiden. Natürlich auch für ein Leben voller Schönheiten. Doch Leiden gehört dazu. Am Leiden können wir wachsen. Wir leiden beispielsweise, weil wir Dinge und Menschen verlieren, die uns wichtig sind. Oder wir leiden, weil wir Fehler machen, Entscheidungen fällen, die uns selber oder anderen schaden, oder weil wir Entscheidungen nicht fällen, wo wir es müssten – und haben unangenehme Konsequenzen zu tragen.

Hier ist auch von einem Leiden als Opfer von Gewalt, Hass, Ignoranz, Egoismus die Rede. Als Opfer fühlen wir uns um so mehr hilflos und abhängig in unserem Erleiden. Um so stärker wünschen wir uns jemanden, der bedingungslos da ist und uns versteht, uns begleitet und trägt. In diesem Ausmass – von der Wiege bis zum Tod und darüber hinaus – kann das nur Gott, kann das nur denen Geschenkt werden, die sich auf genau diese flehende Bitte auch verlassen. Andernfalls verschliesst man sich selbst diese Hilfe und verzweifelt womöglich.

Gott bewahrt uns nicht vor Leid, aber er begleitet uns hindurch und will uns aufrichten. Wir sollen uns nicht entmutigen oder gar brechen lassen durch "Schicksalsschläge", sondern in deren Bewältigung erst unser menschliches Potential verwirklichen. Wo wir verletzte Opfer sind und uns nicht mehr wehren können, heisst das, "das Leid wie eine Krone tragen", wie es H. D. Hüsch gesagt hatte; weiter am Sinn des Lebens festzuhalten und ihn neu zu suchen.


Reto Frischknecht, April 2014