mystic forest | Informationen zum Song

Eigentlich war es nie meine Absicht, diesen Song mit DividingLine einzuüben. Meine BandkollegInnen waren aber so begeistert, dass wir uns doch an eine Umsetzung wagten. Es ist eine ruhige Ballade, vom Text her nicht typisch für DividingLine-Songs. Und eigentlich etwas sehr persönliches, das ich mit diesen Erklärungen ein Stück weit auch euch offenlege. Das Lied entstand auf meiner Neuseelandreise 1999/2000, als ich alleine am andern Ende der Erde war. Doppelt allein, weil meine Freundin und ich kurz vor meiner Abreise in eine heftige Beziehungskrise stürzten und doch eigentlich Zeit gebraucht hätten, alles zu klären, zu reden, uns anzuschweigen, was auch immer. Es fiel mir enorm schwer weg zu gehen, und doch hatte es sicher auch den Vorteil, sich in Ruhe klar werden zu können, was wirklich wichtig war oder in Zukunft sein würde.

In dem Sinn gab es auf dieser Reise sehr schöne Momente, dann holte mich die Trauer und Verzweiflung wieder ein, das Gefühl der Hilflosigkeit, des Ausgeliefert-Seins. Manchmal war es erleichternd, irgendwo im Schilf zu sein und gar keine Möglichkeit mehr zu haben, sich melden zu können oder erreicht werden zu können. Dann wieder suchte ich panisch eine Internetverbindung herzustellen um zu sehen, ob sie mir etwas geschrieben hätte oder um mich erklären zu können …

Dieses Lied entstand bei einer grossen Wanderung um den Mt Taranaki. Bevor man über die Baumgrenze steigt, geht man lange Zeit durch tropisch wirkenden Urwald mit moosbehangenen Ästen, die tief über den Weg hängen. Das für Neuseeland typische Farn dominierte das Dickicht und die Luft war von für unsere Ohren fremd klingenden Vogelschreien erfüllt. Ich war bezaubert von diesem friedlichen geheimnisvollen Wald. Die Melodie und der Text kamen fast automatisch (sicherlich inspiriert durch Balladen von Rhapsody, was ich damals noch öfters hörte), ich musste mich nur bemühen, es nicht zu vergessen, bis ich es am Abend aufschreiben konnte.

Gott zeigt mir die Schönheit dieser Welt und hat mich als Teil von ihr ganz in seinen Händen, diese Gewissheit wurde auf jener Reise immer stärker. Ich kann alles verlieren, was mir lieb ist, doch ich kann niemals tiefer fallen als in Gottes Hand. So sehr sich mein Glaube in den vergangenen 15 Jahren verändert hat, diese Überzeugung ist der Kern, meine tiefste Gewissheit, das, was andere vielleicht "Urvertrauen" nennen würden.


Von Reto Frischknecht, November 2009


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