the night (Text & Musik: R. Frischknecht, 2006) Cold wind is stroking the leaves, cold wind is shaking the trees
The moon is shrouded in clouds and no sound can be heard
Almost gone is the light of the day, all the voices, the laughter and play
And the fear of the silence will drive them to bed and to sleep

The night has come to remind us on mortality
It shows our weakness to remind us on our strength
to love, to give, to cry

The mist is shrouding the trees, the mist will swallow the dreams
The world is hiding away from our veiw, from our sight.
He who seeks shall be seeking in vain. He who doubts will cry out in pain
For the feelings of safety and peace are replaced by a fear


Übersetzung
Kalter Wind streicht durch die Blätter, Kalter Wind schüttelt die Bäume,
der Mond ist in Wolken gehüllt und kein Ton ist zu hören.
Das Licht des Tages ist beinahe vergangen,
und mit ihm all die Stimmen, das Lachen und Spielen.
Denn die Angst vor der Stille treibt sie in die Betten und in den Schlaf ...

Die Nacht ist da um uns an unsere Vergänglichkeit zu erinnern.
Sie zeigt uns unsere Schwachheit um uns an unsere Stärke zu erinnern:
lieben, geben, weinen zu können.

Der Nebel umhüllt die Bäume, der Nebel verschluckt die Träume.
Die Welt versteckt sich vor unserer Sicht und Erkenntnis.
Wer sucht, wird vergebens suchen. Wer zweifelt, wird verzweifelt aufschreien.
Denn die Gefühle von Sicherheit und Frieden
wurden plötzlich durch eine unerklärliche Angst ersetzt.
Gedanken zum Song Viele Menschen fürchten sich vor Stille. Sie halten es nicht aus, wenn einmal nichts läuft, nichts um sie herum lärmt, sie nicht aktiv sein können. Es gibt verschiedene Hypothesen, weshalb das so ist. Anstatt zu versuchen, eine Antwort darauf zu geben stelle ich die Frage: wie ist es bei dir? Wie reagierst du, wenn es um dich herum (ungebeten) still wird? Wenn du warten musst? Angenommen du hast keine Gratiszeitung zur Hand und keinen mp3-Player; nichts, das dich ablenken könnte von der Gegenwart des Augenblicks, von dir selber? Gibt es in deinem Leben Stille, oder hältst du es nicht aus, wenn "nix läuft"? Und wenn ja, hast du dich schon mal gefragt, weshalb das wohl so ist?

Im Song gebe ich allerdings einige Antworten. Wenn alles undeutlich wird im Nebel, wenn wir uns im Zwielicht bewegen, nicht wissen, ob wir träumen oder wachen, steigen da nicht ebenso diffuse Ur-Ängste auf, über die wir gar nicht nachdenken wollen? Holt uns Vergangenes ein, das wir zu vergessen gehofft hatten? Melden sich Zukunftsängste? – Wir suchen im Schlaf Vergessen, erträumen den neuen Tag, das wärmende, beschützende Sonnenlicht, wollen die Schatten hinter uns lassen.

Angst muss aber nicht einfach schlecht und lähmend sein. Sie gehört zu der reichen Palette der menschlichen Gefühle und hat eine Botschaft. Sie könnte uns bewusst machen, dass wir klein, schwach, verletzbar sind, kleiner, schwacher und verletzbarer als wir uns selber gerne sähen. Wenn dem so ist, dann bekommt unsere Fähigkeit, zu lieben, zu geben und mit andern mitfühlen zu können grössere Bedeutung. Durch sie sind wir gerade in unserer Schwachheit stark. Die Nacht könnte uns helfen, unser Macho-Gehabe abzulegen und zu echter Stärke zu finden.


Reto Frischknecht, November 2009