enter in the pain (Text & Musik: R. Frischknecht, 2001) The world is dying
Mankind is crying
Time nears the end
The earth is scared
The fire of hell is burning
The light of day is turning into darkness
And the smell of blood is bitter on my tongue

Enter the gates of infinity in pain
Enter the dream of the night
Behold the souls of many weeping for their sons
Lost in an intoxicated world
Enter in the pain

Where can I run to hide?
How can I reach the light?
How did we come so far?
Why can’t we see?
The god of all is crying
Waiting for the dying
Willing to embrace
And tears of blood are running down his face


Übersetzung
Die Welt stirbt, die Menschheit weint,
die Zeit geht ihrem Ende entgegen,
die Erde hat Angst, das Feuer der Hölle brennt,
das Tageslicht wandelt sich in Dunkelheit
und der Geschmack von Blut ist bitter auf meiner Zunge.

Tritt mit Schmerzen in die Pforten der Ewigkeit ein;
betritt den Traum der Nacht.
Siehe, die Seelen derer, die um ihre Kinder weinen,
die sie in einer vergifteten Welt verloren haben.
Betritt den Schmerz.

Wohin kann ich rennen, um mich zu verbergen?
Wie kann ich zum Licht gelangen?
Wie konnten wir nur so weit kommen?
Warum können wir nicht erkennen:
Der allmächtige Gott weint,
wartet auf die Sterbenden, möchte sie umarmen,
und blutige Tränen rinnen über sein Gesicht.

Gedanken zum Song Diese schwere melancholische Ballade thematisiert das Leid in der Welt, an dem viele von uns manchmal fast verzweifeln. Damit das nicht geschieht, blenden wir die am Fernsehen gezeigten immer wiederkehrenden schlechten Neuigkeiten einfach aus; was am Bildschirm gezeigt wird und meistens "weit weg" geschieht, betrifft uns schliesslich nicht wirklich ...

In diesem Lied kommen aber die Tränen zur Sprache, die wir vergiessen, wenn wir uns über das Elend Gedanken machen. Die berühmte Frage kommt auf, wieso Gott – wenn es ihn denn gibt – all das zulassen kann. Die Frage, wieso Unschuldige mit dem Leben für den Egoismus Anderer bezahlen müssen. Das Gefühl, es könne mit dieser Welt nur noch abwärts gehen und in Zerfall und Tod enden, beschleicht uns. Und dass wir denken, als einzelne Personen nichts bewirken können, macht uns hilflos.

Eine Kernaussage des Songs ist aber, dass dieser Gott, der nicht eingreifen kann, weil er uns nicht den freien Willen nehmen will, uns anfleht, von unserem Mitgefühl für unsere Mitmenschen Gebrauch zu machen; er auffordert uns auf, Verantwortung für die Welt zu übernehmen. Ich bin überzeugt, er leidet mit, verschüttet Tränen über jeden Menschen, der an diesem Leid zu Grunde geht und beklagt den Verfall seiner Schöpfung.

Ich hoffe, dieses Lied vertröstet nicht auf eine Welt, in der mal alles Leiden ein Ende haben wird, sondern macht Gottes Schrei hörbar; fordert uns auf, den Schmerz wahrzunehmen und nicht mehr zu leugnen. Dann kann uns dieser Schmerz dazu bewegen, uns für die Welt und für die Menschheit einzusetzen, dem Hass, der Gleichgültigkeit und Verantwortungslosigkeit eine positive Energie entgegen zu setzen.


Reto Frischknecht, August 2010