you are responsible (Text & Musik: R. Frischknecht, 2014) It’s not for nothing
It’s not as you learned to think and feel
It’s not all worthless
No tragic play that’s doomed to fail

Another sunrise in a wasteland once called eden
Its dying hour has drawn near
Ignorance keeps you up and grants you sleep at night
Your daily toil helps to ignore the pain and fear

For deep inside you feel the guilt (you let her die)
despise yourself for the walls you’ve built (to hide)
To hide the weakness not to stand and face the evil
To forget that you could die without fulfilling what was yours
So take a stand (for what is right)! So lend a hand (escape the night)!

You are responsible! The future’s in your hands!
You are responsible to bring the harvest from the lands!
You are responsible for the world that’s in your hands!
You are responsible! Decide if she falls or stands!

Another flush of joy that brings your mind to peace
Another journey through the void
Hard on the edge between light and utter blackness
An illusion of a world that’s sound and free

But deep inside you feel the guilt (you let her die)
despise yourself for the walls you’ve built (to hide)
To hide the weakness not to stand and face the evil
To forget that you could die without fulfilling what was yours
So take a stand (for what is right)! So lend a hand (escape the night)!


Übersetzung
Es ist nicht umsonst;
es ist nicht so, wie du gelernt hast, darüber zu denken und zu fühlen.
Es ist nicht alles wertlos,
ein tragisches Spiel, das zum Scheitern verurteilt ist.

Erneut ein Sonnenaufgang über dem einstmals Eden genannten Land,
dessen Todesstunde nahegerückt ist.
Verleugnung hält dich aufrecht und ermöglicht es dir, in der Nacht zu schlafen,
deine tägliche Plackerei hilft dir dabei, den Schmerz und die Angst auszublenden.

Denn tief in dir fühlst du die Schuld (denn du lässt sie sterben),
verachtest dich selbst für die Mauern, die du errichtet hast (um dich zu verbergen),
um die Schwachheit zu verbergen, dass du nicht Kraft hast,
aufzustehen und dem Bösen entgegenzutreten,
um zu vergessen, dass du sterben könntest,
ohne erfüllt zu haben, was dir bestimmt war.
Deshalb steh auf (für das, was richtig ist)!
Deshalb reich deine Hand (und entflieh der Nacht)!

Du bist verantwortlich! Die Zukunft liegt in deinen Händen!
Du bist verantwortlich dafür, die Ernte einzubringen!
Du bist verantwortlich, denn die Welt liegt in deinen Händen!
Du bist verantwortlich! Entscheide, ob sie fällt oder bestehen bleibt!

Noch ein Glücksschub, der deinen Geist beruhigt,
abermals eine Reise durch die Leere,
hart an der Grenze zwischen Licht und absoluter Dunkelheit
in der Illusion einer heilen und freien Welt.

Doch tief in dir fühlst du die Schuld (denn du lässt sie sterben),
verachtest dich selbst für die Mauern, die du errichtet hast (um dich zu verbergen),
um die Schwachheit zu verbergen, dass du nicht Kraft hast,
aufzustehen und dem Bösen entgegenzutreten,
um zu vergessen, dass du sterben könntest,
ohne erfüllt zu haben, was dir bestimmt war.
Deshalb steh auf (für das, was richtig ist)!
Deshalb reich deine Hand (und entflieh der Nacht)!
Gedanken zum Song Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr Menschen fühlen und glauben, das Leben hätte keinen Sinn, letztlich sei alles vergebens, nichts wert, ohne Zweck. Es mangelt ihnen an Zielen, an Werten und Idealen. Sie lassen sich gehen. Ein Ausdruck davon sind beispielsweise leere Energy-Drink-Dosen die grossflächig einfach am Strassenrand und in der Wiese liegen bleiben, bekiffte und besoffene Jugendliche und Erwachsene, die den Lebensschmerz betäuben und sich von Tag zu Tag schleppen, egoistisches Handeln, das kurzsichtig nur den eigenen Vorteil und Gewinn sucht, den schnellen Lustkick, einen Glücksschub, der den Alltagsmenschen über eine weitere deprimierende Runde hinwegträgt. Kurzsichtig oder besser: "präsentisch", absolut im Moment lebend. Aber nicht auf die gute Art, wie das in achtsamem Leben geschieht, wo ich bewusst im Jetzt bin, wahrnehme, was um mich herum läuft, wo ich angefragt, herausgefordert bin, eine Aufgabe anzupacken oder etwas bewusst zu erleben, zu geniessen. Sondern ein Leben im Jetzt, dass sich unverantwortlich keine Gedanken macht über morgen – oder noch nicht mal um die nächsten Stunden, das in der Nach-mir-die-Sintflut- oder in der Es-bringt-ja-eh-alles-nichts-Stimmung lebt.

Vielleicht meldet sich schon manchmal noch das Gewissen, ein Unwohlsamsein, weil ich ahne, dass ich eben doch etwas bewirken könnte und die Welt somit auch durch meine Schuld ein Stück mehr stirbt. Doch allzuoft wird das Gewissen abgewürgt, verdrängt, mit Alkohol, Drogen, lauten Partys, mit "Abfeiern" zum Verstummen gebracht, damit wir uns nicht zu schämen brauchen für unsere Feigheit und Schwachheit, dafür, dass wir zu lasch sind, uns zu erheben, einzugreifen, wenn Unrecht geschieht, die Zerstörung und Umweltverschmutzung aufzuhalten. Wir haben wirkungsvolle Mauern um uns herum errichtet und lassen das alles nicht mehr an uns rankommen. Oder sind sofort mit der Ausrede zur Stelle: Warum ich? Die Andern tun ja auch nicht, was sie sollen. Können doch erst mal die grossen Schweine anfangen bei sich sauberzumachen. Warum sollte ausgerechnet ich einen Finger rühren? – Und schwupps, die Dose liegt in der Wiese ...

Ja, ich verurteile euch. Denn ihr seid verantwortlich! Jeder für sich! Und jeder schon im Kleinen!
Wir sind freie Menschen, frei Stellung zu nehmen zu dem, was uns begegnet, und frei, Stellung zu unserem eigenen "Schweinehund" zu nehmen. Und eben doch anders handeln zu können. Ich sag nicht, dass es einfach ist und keine Kraft braucht. "Das Leben ist kein Ponyhof", könnte man sagen. Nicht alles, was richtig ist, ist auch lustvoll. Bloss ist halt nicht einfach alles egal. Es besteht nicht die Alles-ist-erlaubt- und Jeder-muss-ja-selber-wissen-was-für-ihn-stimmt-Freiheit, von der so viele Zeitgenossen überzeugt sind. Tut mir leid, die Illusion zu zerstören.

Und ein empörtes Aufkeuchen entringt sich den trägen Wesen (immerhin das bringen sie noch zu stande) und sie werfen mir Intoleranz vor und verlangen, dass ich mich um meinen eigenen Kram kümmern solle. Aber da ich das tatsächlich tue (ich habe auf dem Nachhauseweg schon eure Energy-Drink-Dosen aus der Wiese gesammelt und entsorgt), habe ich keine Skrupel, euch diesen Refrain an den Kopf zu schmettern. Ich kümmere mich um den anstehenden Kram; erwacht also aus eurer Lethargie und fangt endlich auch damit an! Wir könnten Grosses erreichen, wenn alle mitmachen!


Von Reto Frischknecht, Februar 2015