the shadow of fear (Text & Musik: R. Frischknecht, 2003) Did you ever ask why disease controls the earth
Why the hunger strikes her children
and the new born dies in dirt?
Did you ever know that our wealth does take its price
and the money spent for wellness means the pain in childrens eyes?

Just take the pain and run away to meet the one who cares
Cry and ask for he will hear and help the child who dares

The shadow of fear draws me near
It kills my pride in the night
A silent hope for the day
For the pain to drift away

Did you ever ask why the wicked play their games
Without punishment and justice
and the world is in their hands?
Did you ever know that His sun does shine for all
And there’s still the possibility to answer to His call?

Just take the pain and run away to meet the one who cares
Cry and ask for He will hear and help the child who dares


Übersetzung
Fragtest du dich je weshalb Krankheit die Erde regiert,
warum der Hunger ihre Kinder schlägt und das Neugeborene im Dreck stirbt?
Wusstest du eigentlich, dass unser Wohlstand seinen Preis hat
und das Geld, das wir für Wohlergehen ausgeben
den Schmerz in den Augen der Kinder bedeutet?

Nimm den Schmerz, der dich umtreibt und renne davon –
um demjenigen zu begegnen, der sich um dich kümmert.
Weine und frage, denn er wird hören;
er nimmt sich des Kindes an, welches das wagt!

Der Schatten der Angst zieht mich zu sich.
Er tötet meinen Stolz mit seiner Nacht.
Nur eine stille Hoffnung auf den Tag –
auf dass der Schmerz vorüber gehen möge ...

Fragtest du dich je, weshalb die Verschlagenen ihre Spiele treiben können,
ohne Angst vor Bestrafung und Gerechtigkeit, und warum die Welt in ihren Händen liegt?
Wusstest du eigentlich, dass Seine Sonne für alle scheint
und bis zum Schluss die Möglichkeit bleibt, auf Seinen Ruf zu antworten?

Gedanken zum Song Wenn nun die Nacht hernieder sinkt
auf das Treiben dieser Zeit,
wenn sie mit sich Ängste bringt,
die wir des Tages noch verneint,
so schwindet unser Trotz und Stolz
und unserm Innern wird bewusst:
Wir sind aus einem andern Holz
und haben Angst vor dem Verlust,
den Schwachheit mit sich bringen mag
und Offenheit
und Nahbarkeit.

Woran es fehlt, ist Zärtlichkeit.

Doch könnte uns die Nacht dies lehren,
wär unser Herz bereit, zu sehn;
würde es aufhörn, sich zu wehren,
dann könnt es letztlich auch verstehn.

Doch Angst regiert den Lauf der Welt.



Dieses Gedicht habe ich gezielt zu diesem Lied passend geschrieben. Es thematisiert, wie wir unsere schwachen, feinen, verletzlichen Seiten verdrängen. In einer Welt, in der nur die Rücksichtslosen und "Starken" bestehen können, dürfen wir Feinfühligkeit, Mitleid, Angst und Sorge nicht zulassen. Denn wir haben Angst davor, angegriffen zu werden ohne unsere "Rüstung". Und so lassen wir niemanden so nah an uns heran, dass diese Person uns verletzen könnte ...

Die Nacht symbolisiert ein Zustand des Auf-sich-gestellt-Seins; alle Ablenkungen sind von uns genommen, wir hören oder spüren wieder, was in uns vorgeht. Anstatt Angst vor unserer Verletzbarkeit zu haben, könnten wir aber entdecken, dass es allen anderen Menschen genau gleich geht; dass ein offenes, "unbewaffnetes" Aufeinander-Zugehen sehr wohl möglich wäre und erst unser Mensch-Sein ausmacht.

All die Negativ-Schlagzeilen in Fernsehen und Zeitung bestärken uns natürlich noch in unserer Angst vor der unmenschlichen Seite des Menschen. Wir bekommen die Bestätigung für allgemeine egoistische Rücksichtslosigkeit in Politik und Wirtschaft und denken, das Tragen unserer "Rüstung" sei um so mehr gerechtfertigt. Die Angst, zu kurz zu kommen, oder gar die Angst, selber "unter die Räder" zu kommen, lähmt uns immer stärker. Wir stehen nur noch da und können nichts weiter tun, als entsetzt zuschauen, wie es mit der Welt bergab geht.

Wir fragen uns, wie lange es so noch weitergehen kann und ob die skrupellosen Ausbeuter tatsächlich immer durchkommen, immer Erfolg haben. Es muss doch eine Gerechtigkeit geben. Wo ist denn dieser Gott, der für die Schwachen und Benachteiligten da sein will? – Die Bridge macht deutlich, dass wir eine positive Veränderung nur schon dadurch initiieren können, dass wir aus unserer Gelähmtheit ausbrechen. Wir können etwas zur Gerechtigkeit beitragen, wenn wir wagen, das Unrecht anzuklagen, damit Gott zu bestürmen und von ihm, aber auch von den verantwortlichen Menschen Gerechtigkeit zu fordern.

Die Schlusszeile des Gedichts tönt resignativ: Es lässt sich ja doch nichts ändern, weil die Menschen nun mal so sind. Ein Stück weit ist das eine Realität, weswegen dieser Satz auch am Schluss des Gedichtes so stehen gelassen wird. Aber es soll auf keinen Fall vergessen werden, dass im Lied uns die Bridge auffordert, mit unserem Schmerz umzugehen, sich nicht lähmen zu lassen. Und dass es im Refrain heisst: "a silent hope for the day – for the pain to drift away ..."


Reto Frischknecht, April 2007