until death (Text & Musik: R. Frischknecht, 2003) Nothing lasts ever, but few seem to know
our time here is ending wiht all that’s not done.
Words keep unspoken that should have been said,
many dreams shattered that should have been dared.

Let us fight for understanding, let us stand for what is right.
Let’s condemn the selfishness, the wrong done in the night
until the great iniquity that causes so many tears
will finally fade beneath the light that swallows all our fears

Until death will end all the horror
Until death will take all our pride
Until death will bring us the honor
Until death will open our eyes and set us free ...

Reaching for honor and longing for life;
corrupted by money and blinded by pride.
We’re killing the unborn, we’re raping our seed,
ignoring the hunger, the many to feed

Let us fight for understanding, let us stand for what is right.
Let’s condemn the selfishness, the wrong done in the night
until the great iniquity that causes so many tears
will finally fade beneath the light that swallows all our fears


Übersetzung
Nichts bleibt für immer – doch wenige scheinen zu wissen,
dass unsere Zeit hier vergeht, mit allem, was wir versäumt haben:
Worte bleiben unausgesprochen, die hätten gesagt werden sollen,
Träume sind zersplittert, die hätten gewagt werden sollen.

Lasst uns um Verständnis ringen, lasst uns für das Richtige kämpfen!
Lasst uns den Egoismus bekämpfen, all das Unrecht, das im Dunkeln begangen wird.
Bis die grosse Ungerechtigkeit, die so viele Tränen verursacht,
endlich in dem Licht verblasst, das all unsere Tränen verschluckt ...

bis der Tod allen Schrecken und all unseren Stolz nimmt ...
bis der Tod uns die Ehre bringt, uns die Augen öffnet und befreit ...

Wir verlangen nach Ehre, sehnen uns nach Leben.
Wir sind korrumpiert von Geld und verblendet von Stolz.
Wir töten das Ungeborene, vergewaltigen unsere eigene Saat.
Wir ignorieren die Hunger, die Vielen, die nach Nahrung schreien.

Lasst uns um Verständnis ringen, lasst uns für das Richtige kämpfen!
Lasst uns den Egoismus bekämpfen, all das Unrecht, das im Dunkeln begangen wird.
Bis die grosse Ungerechtigkeit, die so viele Tränen verursacht,
endlich in dem Licht verblasst, das all unsere Tränen verschluckt ...
Gedanken zum Song Die Aussage ist wohl ziemlich klar. Allerdings will ich den Text nicht als todesverherrlichend verstanden wissen. Der Tod bedeutet Erlösung von Ungerechtigkeit und Qual, doch das soll nicht bedeuten, dass das Leben davor wertlos ist. Wir können uns hingegen fragen, weshalb wir Menschen uns eine Hölle auf Erden erschaffen, uns selber das Leben so schwer machen, wieso Ungerechtigkeit, Schmerz, Verzweiflung, Angst aufkommen.

Unser Leben ist unendlich wertvoll, und ich bedaure jede und jeden, der sich von den negativen Aspekten dazu verleiten lässt, sich vorzeitig das Leben zu nehmen, dem allem zu entfliehen. Unser Leben stellt ein riesiges Potential an Möglichkeiten dar, das wir auf verschiedene Arten nutzen können.

Das ist Fluch und Segen zugleich. Alles, was wir Menschen tun, machen wir aus einem für uns persönlich guten, positiven Grund. Wir wollen etwas Schönes, Angenehmes, Wohltuendes erreichen. Meine Taten sind für mich als Handelnder, subjektiv erlebt, immer sinnvoll – denn sonst würde ich mich nicht so sondern anders verhalten.

Darüber lohnt es sich, nachzudenken. – Sicherlich kommt die Frage auf, wieso dann soviel Leid und Ungerechtigkeit entsteht. Die Antwort ist ansatzweise in den Strophen enthalten. Wir streben nach Ehre, Macht, Wohlstand, wollen uns selbst verwirklichen, wollen nichts auslassen, nicht verzichten, das Potential voll ausleben. Selbstverwirklichung beansprucht Raum, beansprucht Ressourcen; womit ich den Platz und die Ressourcen für andere einschränke. Ich darf mir Raum geben, denn ich bin gleich wertvoll wie andere Menschen. Doch ich muss meinen angemessenen Raum finden. Wenn ich "über die Verhältnisse lebe", verursache ich für andere Leid, schränke sie ein, nehme ihnen Möglichkeiten.

Es könnte hierbei auch Angst mitspielen. Angst, zu kurz zu kommen. Der Glaube, sich behaupten zu müssen, um nicht unterzugehen, sich Platz erkämpfen zu müssen. Man ist sich meist selbst der Nächste. Wenn die eigene Existenz gesichert ist, kann ich mich ja noch um andere kümmern. Das ist auch richtig, man kann sich wohl nicht gut um andere kümmern, wenn man selber zu stark bedürftig ist. Doch vielleicht sind meine Ansprüche oder meine Angst, zu kurz zu kommen, übertrieben und ich hätte sehr wohl genug. Aber ich kann nicht darauf vertrauen, kann nicht loslassen, mich nicht hingeben.


Von Reto Frischknecht, Oktober 2012