whaddaya doin'? (Text & Musik: R. Frischknecht, 2005) Hey whaddaya doin’? For whom ayu livin’?
Whaddaya sayin’? Whaddaya givin’? Tell me!

Look at the brand new car of our new superstar!
Watch him consume his fame – running mad in the game
He cannot see the price – payin’ the sacrifice
Under control his mind, freedom left far behind

Hey whaddaya doin’? For whom ayu livin’?
Whaddaya sayin’? Whaddaya givin’? Tell me!

Look at yourself in tears, every night raped by fears
Flee to a world of peace, flee from a world’s disease
Fall to the rush of drugs, search for the peace you lack
Out of the paradise, taking a compromise

Hey whaddaya doin’? For whom ayu livin’?
Whaddaya sayin’? Whaddaya givin’? Tell me!


Übersetzung
Hey! Was machst du? Für wen lebst du? Was sagst du? Was gibst du? Sags mir!

Schau dir den brandneuen Wagen des jungen Superstars an;
sieh, wie er seinen Ruhm in sich aufsaugt
und schliesslich in diesem Spiel verrückt wird.
Er kann den Preis nicht erkennen, den er zahlen muss,
und opfert sich selbst.
Sein Geist ist unter der Kontrolle anderer,
in Wirklichkeit ist die Freiheit für ihn verloren.

Hey! Was machst du? Für wen lebst du? Was sagst du? Was gibst du? Sags mir!

Schau dich selbst in deinen Tränen an,
wie du jede Nacht von Ängsten heimgesucht wirst.
Du fliehst in eine friedvolle Welt,
fliehst vor der Krankheit dieser Welt;
findest den Rausch der Drogen,
findest den Frieden, nach dem du dich so sehntest.
Aus dem Paradies ausgeschlossen,
begnügst du dich mit einem annehmbaren Kompromiss.

Hey! Was machst du? Für wen lebst du? Was sagst du? Was gibst du? Sags mir!.
Gedanken zum Song Für wen oder was lebst du? Der Refrain ist eine Herausforderung an uns, nicht einfach vor sich hin zu dümpeln und die Tage verstreichen zu lassen, denn irgendwann bricht unser letzter Tag an. Und wir haben nur dieses eine Leben, nur diese eine Chance, etwas aufzubauen, etwas weiterzugeben, Mensch zu sein.

Die Frage nach einem sinnvollen Leben wird gestellt. Jede und jeder von uns kann und muss sich selber die Antwort geben auf die Frage, was ein sinnerfülltes Leben ist. Es ist einleuchtend, dass finanzielle Absicherung eine gelassenere Hinwendung zur Zukunft ermöglicht. Dauerstress und Sorge ums finanzielle Überleben belastet auf Dauer sehr. Zuviel zu besitzen ist hingegen auch belastend. Vor allem dann, wenn das Selbstwertgefühl damit verknüpft ist; wenn ich nur "jemand bin" weil ich ein teures Auto fahre, eine schöne Wohnung besitze, eine harmonische, intakte Vorzeigefamilie habe, wenn ich mir eine beruflich hohe Stellung erarbeitet habe, einen Titel trage, viele Freunde habe ... Wir alle tragen Überzeugungen in uns darüber, welche Eigenschaften oder Dinge wir besitzen müssen, um "jemand zu sein".

Die Frage ist bloss: was passiert, wenn uns diese Eigenschaften oder Dinge weggenommen werden oder wenn wir sie verlieren? Wenn uns Invalidität hilflos macht, oder im Alter unsere Fähigkeiten abnehmen? Wenn wir pflegebedürftig, abhängig von anderen werden? Was, wenn wir unser Vermögen verlieren oder mit dem Wenigen, was wir hatten, nicht mehr auskommen können?

Für viele Menschen leidet dann ihre Ehre, ihr Ansehen, ihr Wert. Weil sie keine andere Grundlage neben all diesen Dingen haben.

Wie es die Aufgabe der Eltern ist, in den ersten Lebensjahren dem Kleinkind ein grundsätzliches Geborgenheitsgefühl zu vermitteln, es spüren zu lassen, dass es erwünscht und geliebt ist, dass es sich entfalten und entwickeln darf, genau so wäre es ihre Aufgabe, ihm ein grundsätzliches Gottvertrauen zu vermitteln. Denn dieses befähigt uns, sogar die Eltern oder andere wichtige Bezugspersonen in unserem Leben loslassen zu können, wenn wir schwere Schicksalsschläge erleiden. Es fällt bestimmt leichter, einzusehen, dass einem alles genommen werden kann – sogar diese uns am nächsten stehenden Menschen; dass am Ende der Tod einen Schritt von mir ganz allein fordert, zu dem mich niemand mehr begleiten kann – und trotzdem nicht zu verzweifeln. Weil ich weiss, dass ich in Gottes Arme laufe. Ich kann mit einer Zuversicht in die Zukunft gehen, dem Leben offen begegnen, weil ich weiss, dass ich bei allen Rückschlägen nie tiefer fallen kann, als in Gottes Hand.

Ist es ein Mangel an diesem Urvertrauen, wenn wir unseren Selbstwert derart von materiellen Dingen oder von Menschen und ihren Meinungen abhängig machen? Im grossen Ganzen würde ich sagen: ja. Und wenn wir nicht wissen, wohin wir mit unseren existenziellen Ängsten rennen können, dann bleibt nur die Flucht in "billige" Alternativen, die schlussendlich ihren Preis fordern und uns nur noch leerer zurücklassen.


Von Reto Frischknecht, April 2007